Wagyu Short Ribs Low & Slow auf dem Pelletgrill

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Wagyu gilt weltweit als eines der hochwertigsten Rindfleischsorten überhaupt. Besonders bekannt ist das Fleisch für seine ausgeprägte intramuskuläre Fettmarmorierung, die für Saftigkeit, Zartheit und einen besonders intensiven Geschmack sorgt. Wenn dieses Fleisch dann auf einen Cut wie Short Ribs trifft, der ohnehin perfekt für Low & Slow geeignet ist, wird es richtig spannend.

Diese Wagyu Short Ribs stammen allerdings nicht aus Japan oder den USA, sondern aus Versmold in Ostwestfalen. Dort hält Meyer zu Hengelage Gourmet eigene Wagyu- und Angus-Rinder. Die Tiere wachsen auf den eigenen Flächen rund um den Hof auf; laut Betrieb handelt es sich um kein Importfleisch. Der Hof selbst blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins 11. Jahrhundert reicht.

Für die Wagyu Short Ribs wurde bewusst keine komplizierte Zubereitung gewählt. Ein einfacher Rub aus Pfeffer, grobem Meersalz und Knoblauch, etwas Worcestershire-Sauce als Haftgrund und anschließend viele Stunden bei niedriger Temperatur auf dem Pelletgrill reichen aus, um aus diesem besonderen Cut ein außergewöhnliches BBQ-Erlebnis zu machen.

Das Ergebnis überzeugt bereits beim Anschnitt: eine kräftige dunkle Bark, ein schöner Smoke Ring und darunter saftiges, stark marmoriertes Fleisch. Durch den hohen Fettanteil des Wagyu entsteht dabei eine besondere Geschmeidigkeit, die sich sogar auf den Lippen bemerkbar macht.

🎥 Das Rezept im Video

https://youtu.be/lPokL1nggXo

Wagyu Short Ribs – was macht diesen Cut so besonders?

Short Ribs stammen aus dem Rippenbereich des Rindes und gehören zu den klassischen Cuts für amerikanisches BBQ. Im Gegensatz zu einem zarten Steak werden Short Ribs nicht kurz und heiß gegrillt. Sie profitieren von einer langen Garzeit bei niedriger Temperatur.

Der Grund dafür liegt vor allem im Aufbau des Fleisches. Short Ribs enthalten neben Muskelfleisch auch Bindegewebe und einen vergleichsweise hohen Fettanteil. Bei niedrigen Temperaturen über einen längeren Zeitraum kann sich das Bindegewebe langsam umwandeln und das Fett nach und nach schmelzen.

Bei Wagyu Short Ribs kommt noch eine weitere Besonderheit hinzu: die starke Marmorierung.

Wagyu-Rinder sind für ihre feine Verteilung von intramuskulärem Fett bekannt. Dieses Fett sitzt nicht nur als äußere Fettschicht am Fleisch, sondern ist innerhalb der Muskulatur verteilt. Genau das macht Wagyu Short Ribs für eine lange BBQ-Zubereitung so interessant.

Beim langsamen Garen schmilzt ein Teil dieses Fettes und sorgt für eine besonders saftige und geschmeidige Textur.

Meyer zu Hengelage Gourmet bietet die Wagyu Short Ribs bone-in als 100 % Fullblood Wagyu und Dry-Aged an. Der Betrieb beschreibt den Cut als besonders saftig, intensiv marmoriert und aromatisch und empfiehlt unter anderem eine Low-&-Slow-Zubereitung auf dem Smoker.

Wagyu aus Versmold: Meyer zu Hengelage Gourmet

Besonders interessant wird dieses Rezept durch die Herkunft des Fleisches.

Wagyu wird häufig mit Japan verbunden. Das ist verständlich, denn japanisches Wagyu genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Doch hochwertiges Wagyu gibt es inzwischen auch in Deutschland – und in diesem Fall sogar direkt aus der Region.

Meyer zu Hengelage Gourmet sitzt in Loxten bei Versmold und hält dort eigene Angus- und Wagyu-Herden. Die Tiere wachsen auf den eigenen Wiesen rund um den Hof auf. Auch das Futter für die Rinder wird teilweise auf den eigenen landwirtschaftlichen Flächen produziert. Der Betrieb beschreibt seinen Ansatz als möglichst durchgängige Wertschöpfung vom Hof bis zum fertigen Fleisch.

Besonders bemerkenswert ist die Geschichte des Hofes. Der Standort ist bereits seit dem 11. Jahrhundert mit der Stadtgeschichte von Versmold verbunden. Heute treffen dort traditionelle Landwirtschaft und moderne Rinderhaltung aufeinander.

Auch der Name Meyer zu Hengelage hat eine Geschichte: Aus dem bisherigen Auftritt als Hof Krumkühler beziehungsweise Angus Beef wurde Meyer zu Hengelage Gourmet. Ulli Meyer zu Hengelage nahm den Nachnamen seiner Urgroßmutter wieder an und holte damit einen alten Familiennamen zurück auf den Hof.

Das macht die Wagyu Short Ribs für ein regionales BBQ besonders interessant. Hier geht es nicht nur um ein außergewöhnliches Stück Fleisch, sondern auch um die Geschichte dahinter.

Der Rub für die Wagyu Short Ribs

Bei einem so stark marmorierten Stück Fleisch braucht es keinen komplizierten Rub. Im Gegenteil: Eine einfache Gewürzmischung lässt den Geschmack des Fleisches im Vordergrund.

Für die Wagyu Short Ribs besteht der Rub aus lediglich drei Zutaten:

Pfeffer und Salz werden zusammen mit dem Knoblauchpulver im Mörser fein zermahlen. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Mischung, die sich gut auf dem Fleisch verteilen lässt.

Das Verhältnis von zwei Teilen Pfeffer, zwei Teilen Salz und einem Teil Knoblauch funktioniert dabei besonders gut. Der Pfeffer sorgt für Würze und eine kräftige BBQ-Note, während Salz und Knoblauch die natürliche Rindfleischaromatik unterstützen.

Worcestershire-Sauce als Haftgrund

Bevor der Rub aufgetragen wird, bekommen die Wagyu Short Ribs eine dünne Schicht Worcestershire-Sauce.

Worcestershire-Sauce eignet sich hervorragend als Haftgrund für BBQ-Rubs. Gleichzeitig bringt sie selbst zusätzliche Würze, Säure und eine leichte Umami-Note mit.

Die Sauce muss dabei nicht dick aufgetragen werden. Es reicht, die Oberfläche des Fleisches gleichmäßig zu benetzen und anschließend den Rub rundherum aufzutragen.

So entsteht bereits vor dem Grillen eine aromatische Grundlage für die spätere Bark.

Wagyu Short Ribs auf dem Pelletgrill

Für die Zubereitung kommt ein Weber Pelletgrill zum Einsatz. Die Temperatur wird auf 125 °C eingestellt.

Als Brennstoff beziehungsweise Räucherquelle werden Hickory-Pellets verwendet.

Hickory passt hervorragend zu Rindfleisch und insbesondere zu kräftigen Cuts wie Wagyu Short Ribs. Der Rauch ist deutlich wahrnehmbar und bringt eine kräftige, leicht nussige und würzige Note mit.

Gerade bei einer langen Garzeit sollte der Rauch allerdings nicht zu dominant werden. Das Ziel ist ein harmonisches Zusammenspiel aus Rauch, Gewürzen, Fleisch und geschmolzenem Fett.

Die Spritz-Mischung

Während der ersten drei Stunden werden die Wagyu Short Ribs regelmäßig mit einer einfachen Flüssigkeit besprüht.

Dafür werden benötigt:

  • 100 ml Apfelessig
  • 100 ml Hühnerfond
  • 2 EL Worcestershire-Sauce

Alle Zutaten werden miteinander vermischt und in eine Sprühflasche gefüllt.

Die Short Ribs werden anschließend ungefähr alle 15 Minuten eingesprüht.

Der Apfelessig bringt etwas Säure mit, der Hühnerfond zusätzliche Würze und die Worcestershire-Sauce verstärkt die herzhafte Aromatik.

Das regelmäßige Besprühen hält außerdem die Oberfläche während der ersten Phase der langen Garzeit etwas feuchter und unterstützt die Entwicklung einer kräftigen Bark.

3 Stunden Hickory-Rauch bei 125 °C

Nach der Vorbereitung kommen die Wagyu Short Ribs direkt auf den Pelletgrill.

Bei 125 °C bleiben sie zunächst drei Stunden auf dem Grill.

In dieser Phase entwickeln sich gleich mehrere wichtige Dinge:

Der Rauch lagert sich an der Oberfläche an. Der Rub verbindet sich mit den austretenden Fleischsäften und dem Fett. Gleichzeitig beginnt das Fett langsam zu schmelzen und das Bindegewebe wird nach und nach weicher.

Die dunkle Oberfläche, die später beim Anschnitt als kräftige Bark zu sehen ist, entsteht während dieser langen Phase.

Das regelmäßige Sprühen alle 15 Minuten sorgt zusätzlich für eine aromatische Oberfläche.

Nach drei Stunden: Ab ins Butcher Paper

Nach drei Stunden werden die Wagyu Short Ribs in Butcher Paper eingepackt.

An der Grilltemperatur wird nichts verändert. Die Temperatur bleibt weiterhin bei 125 °C.

Im Butcher Paper geht es für weitere zwei Stunden zurück auf den Pelletgrill.

Das Einpacken verändert die Bedingungen rund um das Fleisch. Die Feuchtigkeit kann weniger ungehindert entweichen und das Fleisch gart in der zweiten Phase kontrollierter weiter.

Bei klassischen BBQ-Cuts ist das eine bewährte Methode, um die lange Garzeit zu unterstützen und gleichzeitig die Oberfläche zu schützen.

Gerade bei einem stark marmorierten Cut wie Wagyu Short Ribs entsteht dadurch eine Kombination aus kräftiger Bark und besonders saftigem Inneren.

Eine Stunde Ruhe im ausgeschalteten Grill

Nach insgesamt fünf Stunden Garzeit ist die aktive Grillphase beendet.

Der Pelletgrill wird ausgeschaltet und die verpackten Wagyu Short Ribs bleiben noch ungefähr eine Stunde im geschlossenen Grill.

Diese Ruhephase sollte nicht unterschätzt werden.

Das Fleisch kommt direkt aus einer langen Garphase und enthält noch sehr viel Wärme. Während der Ruhezeit können sich Temperatur und Fleischsäfte weiter ausgleichen.

Gerade bei einem so saftigen Cut wie Wagyu Short Ribs ist diese Phase ein wichtiger Teil des gesamten Ablaufs.

Nach rund sechs Stunden ist es schließlich Zeit für den entscheidenden Moment.

Der Anschnitt: Bark, Smoke Ring und Wagyu-Fett

Die Wagyu Short Ribs werden aus dem Butcher Paper genommen und jeweils zwischen den großen Knochen aufgeschnitten.

Und genau hier zeigt sich, ob die lange Zubereitung funktioniert hat.

Auf der Außenseite befindet sich eine tiefdunkle, kräftige Bark. Der Pfeffer ist deutlich sichtbar und bildet zusammen mit Salz, Knoblauch, Rauch und den Fleischsäften eine intensive Kruste.

Darunter ist ein ausgeprägter Smoke Ring zu erkennen.

Noch wichtiger ist allerdings das Innere.

Das Fleisch ist saftig, weich und von sichtbaren Fettadern durchzogen. Beim Aufschneiden tritt bereits Fett aus, das während der langen Garzeit geschmolzen ist.

Genau diese Kombination macht Wagyu Short Ribs so besonders.

Der Lipstick-Effekt bei Wagyu Short Ribs

Beim ersten Bissen zeigt sich dann die eigentliche Stärke dieses Fleisches.

Das Fleisch ist nicht nur zart und saftig. Das geschmolzene Wagyu-Fett sorgt für eine außergewöhnlich geschmeidige Textur.

Das Fett legt sich regelrecht auf die Lippen.

Dadurch entsteht ein Effekt, der sich kaum besser beschreiben lässt als mit einem Augenzwinkern:

der Lipstick-Effekt.

Die Lippen fühlen sich nach einem Bissen tatsächlich weich und geschmeidig an.

Das ist kein Effekt, den ein zusätzlicher Rub oder eine komplizierte Sauce erzeugt. Es ist vor allem das Ergebnis der Kombination aus stark marmoriertem Wagyu, einem passenden BBQ-Cut und einer langen, schonenden Zubereitung.

Tipps für perfekte Wagyu Short Ribs

Nicht zu viel würzen

Bei hochwertigem Wagyu sollte der Rub nicht alles überdecken. Pfeffer, Salz und etwas Knoblauch reichen völlig aus.

Eine konstante Temperatur ist wichtiger als die Jagd nach einer bestimmten Kerntemperatur

Bei Wagyu Short Ribs geht es nicht darum, möglichst schnell eine bestimmte Zahl auf dem Thermometer zu erreichen. Entscheidend ist die Kombination aus Temperatur, Zeit und der gewünschten Textur.

Zeit geben

Short Ribs sind kein Fast-Food-Cut.

Die rund sechs Stunden dieses Rezepts setzen sich aus drei Stunden offenem Rauch, zwei Stunden im Butcher Paper und einer Stunde Ruhe zusammen.

Hickory bewusst einsetzen

Hickory passt sehr gut zu kräftigem Rindfleisch. Wer einen etwas milderen Rauchgeschmack bevorzugt, kann auch zu anderen Holzsorten greifen. Bei Wagyu Short Ribs sollte der Rauch aber immer das Fleisch unterstützen und nicht vollständig überdecken.

Die Ruhephase nicht überspringen

Auch wenn das Fleisch nach fünf Stunden bereits verlockend aussieht: Die zusätzliche Stunde Ruhe lohnt sich.

Wagyu Short Ribs: Ein außergewöhnlicher Cut für Low & Slow

Nicht jeder hochwertige Cut muss als Steak zubereitet werden. Gerade Wagyu Short Ribs zeigen eindrucksvoll, wie gut sich ein stark marmoriertes Stück Fleisch für klassisches BBQ eignet.

Die lange Garzeit gibt dem Fleisch genügend Zeit, Fett und Bindegewebe zu entwickeln. Gleichzeitig sorgen Salz, Pfeffer, Knoblauch und Hickory-Rauch für eine kräftige äußere Kruste.

Das Ergebnis ist eine Kombination aus:

  • kräftiger Bark
  • würzigem Pfefferaroma
  • intensivem Hickory-Rauch
  • ausgeprägter Marmorierung
  • geschmolzenem Wagyu-Fett
  • saftigem Fleisch
  • und einer außergewöhnlich zarten Textur

Gerade die Verbindung aus regionaler Herkunft und klassischem BBQ macht dieses Rezept besonders.

Fazit: Die besten Short Ribs bisher

Die Wagyu Short Ribs von Meyer zu Hengelage Gourmet haben gezeigt, wie viel Potenzial in diesem Cut steckt.

Die Zubereitung selbst ist dabei erstaunlich unkompliziert. Ein einfacher Rub, etwas Worcestershire-Sauce, 125 °C, Hickory-Rauch, regelmäßiges Sprühen und ausreichend Zeit.

Mehr braucht es nicht.

Das Ergebnis überzeugt dafür umso mehr: eine dunkle, würzige Bark, ein schöner Smoke Ring und darunter extrem saftiges Fleisch mit reichlich geschmolzenem Wagyu-Fett.

Für dieses Rezept wurden Wagyu Short Ribs aus Versmold ganz klassisch Low & Slow zubereitet – und genau das hat sich als perfekte Kombination erwiesen.

Für den persönlichen Geschmack gehören diese Wagyu Short Ribs damit zu den besten Short Ribs, die bisher auf dem Grill gelandet sind.

Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses BBQs: Für außergewöhnliches Wagyu muss man nicht unbedingt um die halbe Welt reisen. Manchmal liegt richtig gutes Fleisch direkt vor der eigenen Haustür.

🥩 Wagyu Short Ribs Rezept auf einen Blick

Zutaten

Für die Short Ribs

  • Wagyu Short Ribs bone-in
  • 2 EL Pfefferkörner
  • 2 EL grobes Meersalz
  • 1 EL Knoblauchpulver
  • Worcestershire-Sauce

Für die Spritz-Mischung

  • 100 ml Apfelessig
  • 100 ml Hühnerfond
  • 2 EL Worcestershire-Sauce

Zubereitung

  1. Pfeffer, Salz und Knoblauchpulver im Mörser fein zerreiben.
  2. Wagyu Short Ribs mit Worcestershire-Sauce benetzen.
  3. Rub gleichmäßig auf dem Fleisch verteilen.
  4. Pelletgrill auf 125 °C vorheizen.
  5. Short Ribs mit Hickory-Pellets drei Stunden räuchern.
  6. Alle 15 Minuten mit der Spritz-Mischung besprühen.
  7. Nach drei Stunden in Butcher Paper einwickeln.
  8. Weitere zwei Stunden bei 125 °C garen.
  9. Pelletgrill ausschalten und die verpackten Short Ribs eine Stunde ruhen lassen.
  10. Auspacken, zwischen den Knochen aufschneiden und servieren.

Woher kommen die Wagyu Short Ribs?

Die hier verwendeten Wagyu Short Ribs stammen von Meyer zu Hengelage Gourmet aus Loxten bei Versmold. Der Betrieb hält eigene Angus- und Wagyu-Herden und beschreibt sein Fleisch als Fleisch aus eigener Haltung ohne Importfleisch. Die Wagyu Short Ribs werden als 100 % Fullblood Wagyu und Dry-Aged angeboten.

Mehr über Meyer zu Hengelage Gourmet und den Hof

  • Wagyu Short Ribs vom Pelletgrill mit kräftiger Bark und Smoke Ring
  • Aufgeschnittene Wagyu Short Ribs mit geschmolzenem Fett

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